Freude überwiegt

Wenn beim Curlingspiel die Freude bei Niederlagen überwiegt, muss dies einen speziellen Grund haben. Dies so geschehen am vorletzten Wochenende in Basel. An der Basel-Regio-Trophy in Arlesheim nehmen alljährlich renomierte Teams aus ganz Europa teil, dieses Jahr sogar zum Teil als Vorbeireitung für die Weltmeisterschaft, die diese Woche in Moncton/Kanada beginnt. Mit dabei auch ein Team des Curling Club Glarus, mit Nr. 4 Urs Beglinger, Nr. 3 Severin Eberle, Nr. 2 Ruth Oeschger, Nr. 1 und Skip Ruth Rhyner.

Bereits in der 1. Runde wurde uns das dänische Nationalteam mit Skip Ulrik Schmidt (5. Rang an den Europameisterschaften im Dezember 08) zugelost. Mit sehr schönen Steinen konnten wir den Dänen auf dem recht schwierigen Eis bis zum Schluss die Stirn bieten. Sie konnten uns kein End stehlen und wir verloren nur gerade mit 1 Stein Unterschied 6 : 5. Den zweiten Gegner aus Basel bezwangen wir mit 12 : 7. Und als wäre ein erster harter Brocken nicht genug gewesen, hiess unser Gegner in der 3. Runde Deutschland mit dem mehrfachen Europameister und amtierenden Vize-Weltmeister Andy Kapp. Nicht verzweifeln und die Gelegenheit packen, war unsere Devise. Nach dem 3. End hiess es bereits 4 : 1 für Kapp. Doch ein Trippel-Take-Out (drei Steine auf einmal weg) von Severin Eberle im 4. End (Andy Kapp und seinem Team blieb die Spucke weg!) und wunderbar gespielten Steinen von Urs Beglinger brachte uns ein Dreier-Haus und wir waren beim 4 : 4 angelangt. Nach dem 6. End durften wir uns sogar mit 6 : 5 im Vorsprung wähnen. Nicht lange ! Im 7. und 8. End zeigte uns Kapp und sein Team was Weltmeistersterlich gespielte Steine sind. Das Spiel ging mit lediglich 9 : 6 zu Gunsten von Deutschland/Kapp aus.

Fazit dieses Turniers : Team Dänemark unterlag im Final dem italienischen Olympia-Skip Joël Retornaz. Das deutsche Team Kapp landete hinter dem letztjährigen Schweizermeister Claudio Pescia auf Platz 7. Das Team Rhyner schaffte schlussendlich den 31. Rang von gestarteten 44. Aber mehr als die Rangierung war die Freude über die Möglichkeit, an einem Turnier gegen so starke Teams aus der Weltelite spielen zu können. In welcher Sportart ist dies schon möglich ? Ich denke nirgends !

FASZINATION CURLING !

Kapp_Rhyner

Bericht: Ruth Rhyner

Die Palace Trophy geht erneut ins Glarnerland

Über die Tage vom 16. – 18. Oktober 2009 fand zum 19. Mal die Palace Trophy des Curling Club Luzern Palace in der der Curlinghalle Küssnacht am Rigi statt. Sportliche, kulinarische und gesellschaftliche Höhepunkte reiten sich, wie bereits die Jahre zuvor, dicht aneinander. Mit den Glarner Teams um Thomas Huber und um Ernst Schläpfer stellten sich diesmal gleich zwei ehemalige Gewinner der Palace-Trophy der erneuten Herrausforderung und traten gegen 28 weitere Teams aus der ganzen Schweiz an.

Während es beim Team um Ernst Schläpfer über die 3 Turnier-Tage eher durchzogen lief, reihte das Team um Thomas Huber einen Sieg an den andern. Nach 4 hart erkämpften Siegen über mehrheitlich äusserst starke Gegner (Wetzikon, Küssnacht, Langenthal und Kloten) standen Thomas Huber, Fabian Oechslin, Reto Stauffacher und ihre Luzerner Verstärkung Fabienne Dünki gegen Luzern-City im Finale um die Plätze 1 und 2. Nach einer überragenden Leistung von Team Glarus 1 gab das Luzerner AB-Quali-Team nach dem 6-ten End beim Stand von 7:1 auf. Nach 2006 Team Huber und 2007 Team Schläpfer bringen die jungen Wilden den Palace-Pokal erneut ins Glarnerland.

Palace_Sieger_09

Bericht: Reto Stauffacher

54. Netstaler Kanne 2009

Am vergangenen Wochenende fand das traditionelle Curling-Turnier um die Netstaler Kanne zum 54. Mal statt. In den Anfängerjahren des Glarner Curlings wurde dieses Turnier noch in Braunwald auf Natureis ausgetragen. Nach dem Bau der Curlinghalle 1992 war das Turnier immer der Saison-Abschluss des Curling Club Glarus. Nach dem Tod von Sponsor und Ehrenpräsident Gabriel Spälty sollte die Tradition dieses Turniers nicht unterbrochen werden und es fanden sich fünf grosszügige Curling-Spieler/innen, welche das Turnier heute unterstützen – Ruth Oeschger, Severin Eberle, Thomas Spälti, Norbert Tüscher und Chlöz Zimmermann.

Von 15 teilnehmenden Teams wurden 3 von ihnen sicher zum engeren Favoritenkreis gezählt. Das Nat.A-Team mit Jürg Bamert, Martin Rios, Andi Hingher und dem zu Hilfe geholten Roger Bernold musste bereits in der 2. Runde eine Niederlage gegen den späteren Turniersieger einstecken. Der zweite Favorit, das Nat.B-Team mit Skip Stefan Strickler startete mit einem knappen Sieg und musste anschliessend 3 empflindliche Niederlagen einstecken. Clubmeister Zimmermann musste sich im ersten Spiel vom Nat.A-Team geschlagen geben und kassierte ebenfalls vom späteren Sieger eine Niederlage. Immer in Lauerposition war das Team von Thomas Seyffert, dem zweitrangierten der Clubmeisterschaft. Er spielte äusserst solide und schaffte mit nur einem Unentschieden den Einzug in den Final.

Ja und wer war denn dieses starke Team, das allen die Stirn bot ? Ein buchstäblich in letzter Minute zusammen gewürfteltes Team schaffte die Sensation. Vom gemeldeten Team Hösli musste Dani Hösli am Dienstag notfallmässig operiert werden und Bruder Martin lag mit einer Lungenentzündung flach. Zu den beiden Teammitgliedern Dani Kündig und Ralf Brunner konnten Noldi Kalberer als Skip und Ruedi Baschong als Nummer 3 gefunden werden. Kein Spiel in einer sehr starken Gruppe hat das anscheinend sehr gut harmonierende Team verloren, auch nicht das Finalspiel, das sie gegen das starke Seyffert-Team für sich entscheiden konnten. Dani Kündig machte sich mit dem Sieg selber das schönste Geburtstagsgeschenk und Noldi Kalberer konnte es bei seiner Siegerrede selber kaum glauben, was er an diesem Wochenende mit seinen „Männern“ geschafft hatte.

Herzliche Gratulation an dieses unglaublich starke Team.

Sieger_NK_09

Ruedi Baschong, Skip Noldi Kalberer, Ralf Brunner, Dani Kündig

Bericht: Ruth Rhyner